Co-Parenting nach Trennung – wie geht das?
Shownotes
Sozialarbeiterin Katharina-Maria Kaiser von JUNO erklärt im Gespräch mit Florian Wörgötter, wie getrennte Eltern den Sprung von der Paarebene zur Elternebene schaffen, wie sie gemeinsam den Alltag mit Kind organisieren, ihre Finanzen planen, konfliktfrei kommunizieren. Außerdem: Warum 50/50-Betreuung allein noch keine Gleichberechtigung bedeutet und welche Betreuungsmodelle Kindern wirklich Stabilität geben.
🎧 PAPA SOLO – Der Podcast für getrennt erziehende Väter
Idee, Moderation, Gestaltung, Produktion, Sounddesign, Musik: Florian Wörgötter
Gast: Katharina-Maria Kaiser, JUNO – Zentrum für Getrennt- und Alleinerziehende
Email: connect@papasolo.at
Instagram: @papasolo.at
Empfohlene Anlaufstellen für Väter
JUNO – Zentrum für Getrennt- und Alleinerziehende
Beratungen, Workshops, Vernetzung und Wohnprojekte. https://www.alleinerziehen-juno.at/
Österreichische Plattform für Alleinerziehende – ÖPA
Vertritt die Anliegen von Alleinerziehenden in Österreich. https://oepa.or.at/
Wiener Wohnberatung
Kostenlose Servicestelle für Gemeindewohnungen in Wien. https://wohnberatung-wien.at
Download Broschüre „Doppelresidenz – ein Betreuungsmodell für uns?“ – herausgegeben von ÖPA: https://oepa.or.at/wp-content/uploads/Broschuere_Doppelresidenz.pdf
Und weil Musik die Bindung zwischen Vater und Kind vertiefen kann, finden sich die von den interviewten Vätern gehörten Songs in der Spotify-Playlist PAPA SOLO – Die Playlist für getrennt erziehende Väter:
Transkript anzeigen
00:00:18:
00:00:23: Der Podcast für getrennt
00:00:25: und alleinerziehende
00:00:26: Väter.
00:00:27: Hallo, willkommen beim Podcast Papasolo Florian Wergerter am Mikrofon!
00:00:33: Ich bin auch Papa Solo aber auch heute bin ich nicht alleine denn es gibt sogar eine Premiere hier beim Podcast.
00:00:39: bisher haben ja immer im Kinderzimmer verschiedene Väter besucht Und sie haben mir erzählt, wie es ihnen damit geht ihr Kind nach einer Trennung nur mehr die Hälfte der Zeit zu sehen und wie Sie diese neuen Challenges erleben und wie manche sogar überwinden.
00:00:54: Diese persönlichen Geschichten sollen anderen Pappers zeigen dass sie mit solchen Fragen nicht alleine sind und das ist da draußen durchaus.
00:01:02: aber andere coole Typen gibt, die sich diesen Herausforderungen stellen vielleicht nicht immer leicht mit ihnen fertig werden aber schlussendlich an ihnen wachsen können.
00:01:11: Manche von diesem Papa sind aber auch auf der Suche nach Fakten und vor allem, wenn es um die Wahl des richtigen Familienmodells geht.
00:01:19: Wenn's um rechtliche Fragen geht oder wenn zum gemeinsames Co-Parenting geht also wenn Papa und Mama oder Elternteile das Kind gemeinsam erziehen ohne Liebesbeziehung und auch ohne gemeinsamen Haushalt wobei es auch da verschiedenste Spielarten gibt.
00:01:35: Und genau darum soll es heute in dieser Episode gehen.
00:01:40: Dafür habe ich mir eine Expertin eingeladen.
00:01:43: Ich mich schon überlegt, ob ich auch in dieser Episode einen Mann reden lassen soll?
00:01:47: Aber dann habe ich mich doch für die weibliche Perspektive entschieden weil ich denke gerade bei diesem Thema ist der Blick einer Frau besonders wertvoll.
00:01:57: Heute zu Besuch ist eine Sozialarbeiterin und sie arbeitet für den Wienerverein Juno.
00:02:03: Juno versteht sich als Zentrum für Getrennt und Alleinerziehende, bietet Beratungen, Workshops, Vernetzung und sogar eigene Wohnungen in Wohnprojekten an.
00:02:12: Willkommen bei PapaSolo!
00:02:14: Hallo Katharina Kaiser Schön, dass du da bist.
00:02:17: Hallo,
00:02:17: danke für die Einladung!
00:02:18: Ich darf Sie bitten dich kurz vorzustellen und auch deine Arbeit – was genau machst Du denn bei Juno?
00:02:23: Mein Name ist Katharina Kaiser und ich arbeite bei Junos Sozialarbeiterin.
00:02:27: Ich bin dazuständig für die Abwicklung Gestaltung des Abhalten von Workshops zum Thema Doppelresidenz oder finanzielle Beihilfen für Getrennt-und Alleinerziehende Und jeden Freitag mache ich Beratungen, Sozialberatungen gemeinsam mit meiner Kollegin Weil wir online Beratungen und persönliche Beratung anbieten zu allen Themen eigentlich, die mit getrennt und alleine ziehen einhergehen können.
00:02:54: Sehr spannend was man auch noch dazu sagen kann du arbeitest ja auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wo du jetzt ja nicht nur die Perspektive der Eltern kennenlernst sondern ja auch mit Kindern arbeitests.
00:03:05: Genau ich arbeite an einer Universitätsklinik eine Abteilung für Kinder und Jugendpsychatrie und Psychotherapie Dort nicht als Sozialarbeiterin, sondern als Sozialpädagogin.
00:03:15: Und dort vornangig nicht mit den Eltern, sondern mit Kindern und Jugendlichen auch.
00:03:20: viele dort sind lebend bei getrennten Elternteilen.
00:03:25: Ich kann sie dann halt kennen wenn es vielleicht nicht so rund läuft oder gar nicht rund läuft.
00:03:41: Also wir sind gespannt auf deine Perspektiven heute und zwar, ich würde sagen.
00:03:45: Wir beginnen mit diesem großen Thema vor dem man unmittelbar nach einer Trennung vielleicht nur gar nicht genau weiß wie man es lösen kann.
00:03:52: Das sogenannte Co-Parenting weil das ist ja eigentlich dieser Anspruch hier in unserem Podcast.
00:03:56: Wir wollen zeigen wie es denn auch funktionieren kann wenn Papa und Mama oder eben diverse Elternteile sich diese Erziehung fiftiefifty gleichwertig und auch gleichberechtigt teilen können.
00:04:08: Also was würdest du sagen, was bedeutet Gutes Co-Parenting nach einer Trennung eigentlich wirklich und reicht es da sich zu organisieren oder steckt er einfach mehr dahinter?
00:04:17: Gutes
00:04:18: co-parenting macht auf jeden Fall aus dass man die Paar Ebene und die Elternebene getrennt halten kann bzw.
00:04:26: versucht sie getrenn zu halten.
00:04:28: Es reicht nicht aus, sich nur zu organisieren.
00:04:31: Ich würde sagen das ist die Eintrittskarte für das Ganze.
00:04:34: Sich nur zu organisieren und innerlich weiterhin im Konflikt zu leben Das wird nicht aufgehen.
00:04:42: Ungekehrt ist es auch so wenn nichts organisiert ist gut Und man nicht im konflikt lebt dann funktioniert's jetzt auch nicht.
00:04:50: Also es braucht auf der einen Seite eine klare Haltung nämlich dass man die Elternebene und die Paarebene getrennt leben möchte.
00:04:57: Auf der anderen Seite braucht es eine klare Strukturierung, das braucht beides!
00:05:01: Wie ist es denn so wenn du jetzt auf deine Arbeit schaust und ja mit getrennten Menschen zu tun hast?
00:05:06: Wie groß ist deiner Wahrnehmung nach wirklich der Anteil an Ex-Paaren wo dieses wirklich zu gleichwertigen Teilen funktioniert?
00:05:15: Wo wirklich beide Fifty Fifty den Alltag bestreiten?
00:05:18: mit dem Kind und dem Kind geht's gut, den Eltern geht's.
00:05:21: Ich würde sagen, er ist gering.
00:05:23: Leider!
00:05:24: Und nachvollziehbarerweise weil es eine wirklich große Aufgabe ist, fünfzig-fünfzig zu betreuen oder auch in einer anderen Verteilung zu bedrohen und wirklich gleichwertig zu beträumen.
00:05:36: Gleichwertig bedeutet ja nicht nur dass es zeitlich aufgeteilt ist.
00:05:40: Fünfzig-Fünfzig das bedeutet jetzt nicht einmal unbedingt sondern vor allem inhaltlich, dass wechselseitig die Haltung, die wir machen als gemeinsam Nicht die ist, wir leben vielleicht fünfzig-fünfzig.
00:05:53: Aber nur eine Partei – oft ist es die Mutter aber nicht immer – nur einer Partei hat eigentlich alles im Blick und kommt dann zum Beispiel zu mir in die Beratung und sagt ich schaff das nicht mehr!
00:06:03: Wir haben fünftig-fünftig Aber ich hab den gesamten Mental-Load und das ist mir zu viel.
00:06:08: Gibt es noch Väter, die zu dir kommen?
00:06:10: Und genau das Servicen?
00:06:12: Ich mach fünfzig, fünfzig!
00:06:14: Aber ich habe das Gefühl, ich mache für mehr wie meine Ex-Frau.
00:06:17: Es war tatsächlich so, dass ich im letzten Doppelresidenz Workshop einen Papa als Teilnehmer hatte der extra aus Kärnten gekommen ist sogar – zu uns nach Wien.
00:06:26: Und gesagt hat er damit gerechnet, dass er der einzige Papa sein wird.
00:06:29: aber das ist ihm egal, er ist auf der Suche nach Austausch unter anderem deshalb, weil er so belastet ist.
00:06:35: Weil er das Gefühl hat, dass er die wichtigen Dinge im Blick hat und die Mama eigentlich überfordert is'.
00:06:42: Er war aber ein Papa – und das find ich schön, der das gar nicht anklagend gegenüber der Mama geäußert hat – sondern gesagt hat es ist alt auch einfach viel mit drei Kindern.
00:06:51: Selbst wenn man fünfzig-fünfzig lebt, sie ist alleine, sie hat keine Unterstützung durch Großeltern ... Es ist ja halt zuviel, ja?
00:06:57: Und finanziell ist es halt nötig, dass sie halt arbeiten geht!
00:07:01: Sie geht Vollzeit arbeiten und das ist ein Schonglieren mit zu vielen Bellen.
00:07:23: Das Beispiel, das uns jetzt zeigt, dass es tatsächlich geschlechterunabhängig sein kann und nach einer Trennung erziehen einfach grundsätzlich a Struggle sein kann für alle Beteiligten.
00:07:35: natürlich muss man sie irgendwo arrangieren mit seinem Job.
00:07:39: Es ist finanziell fordernd.
00:07:40: da geht's um Wohnen usw.. Wir werden jetzt aber noch mal kurz bei den positiven Dingen bleiben.
00:07:46: Wenn du an Familien denkst, bei denen Co-Parenting richtig gut funktioniert... Was machen diese Eltern anders?
00:07:51: Diese Eltern versuchen einfach immer und ich sage bewusst Versuchen weil es ist oft nicht möglich das permanent aufrecht zu erhalten und dann muss man sich dort wieder hinhandeln in einer Haltung zu bleiben, die lautet ich möchte mein Kind gemeinsam mit dem anderen Elternteil großziehen.
00:08:07: In seiner Entwicklung begleiten.
00:08:09: das verlangt mir viel ab und ich bin bereit dazu mich mit der Thematik auseinanderzusetzen was so weit gehen kann dass ich mir halt auch Hilfe einfach hole.
00:08:18: ja wenn nicht merke ich komme alleine nicht mehr weiter Die sehr zuverlässig handeln weil im Rahmen einer Trennung oder davor kommt es oft so ein Vertrauensverlust der anderen Person gegenüber Und die Zufallästigung ist, dass du mehr findet man auch zurück in Teamwork.
00:08:34: Teamwork erfordert Vertrauen und was sie auch machen ist, das sie aktiv den Kind oder den Kindern mitgeben dass der andere Elternteil geliebt werden darf und nicht die beiden Seiten getrennt zu halten sind.
00:08:51: Sondern mein Kind kann mir erzählen, was habe ich bei meiner Mama oder meinem Papa gemacht?
00:08:56: Oder sogar auch erzähle, ich mag den neuen Freund von der Mama – der ist cool!
00:08:59: Und sie holen sich Hilfe.
00:09:01: Nicht erst wenn es richtig kracht und man in der Hochstrittigkeit ist und eigentlich schon denkt jetzt reiche ich an einen Antrag bei Gericht ein sondern schon viel, viel vorher weil man das als stärker empfindet sich Hilfe zu holen.
00:09:15: Also präventiv sozusagen einfach nur mal um sich zu informieren ist auf jeden Fall Beratung wie wir es zum Beispiel anbieten ausreichen.
00:09:24: wenn's vielleicht schon etwas konflikthaft ist muss man sich anschauen ob vielleicht eine Mediation schon das gescheitere wäre gemeinsam mit dem anderen Elternteil.
00:09:32: Wenn man dann in den rechtlichen Bereich kommt dann mit Unterhalt auch juristische Beratungen.
00:09:37: Viele denken sich psychosoziale Beratung, das bedeutet jetzt, ich muss zu einem klinischen Psychologen gehen oder ich muss keine Psychotherapie anfangen.
00:09:45: Das ist möglich aber das ist gar nicht notwendig.
00:09:47: ja die Beratungen sind viel kürzer angelegt als eigentlich Psychotherapien die länger begleiten.
00:09:52: Ich habe Erfahrungen all diesen Ausbildungen in psychotherapie-klinischer Psychologie Sozialarbeit und gerade wenn man vielleicht eine lockerere Atmosphäre haben möchte dann kommt mir vielleicht ein Gespräch mit einem Sozialarbeiter sogar besser an als in einer Psychotherapie.
00:10:09: Damit möchte ich jetzt aber nicht die Professionen gegeneinander ausspielen, es ist immer nur die Frage was braucht man irgendwie gerade?
00:10:14: Wo fühlt man sich vielleicht am Wohlsten?
00:10:37: Schlussendlich geht's ja dann darum natürlich dass es den Eltern gut geht, aber natürlich in erster Konsequenz sowieso das es auch den Kindern gut geht.
00:10:45: Warum profitieren denn Kinder so stark davon wenn ihre Eltern trotz Trennung gut zusammenarbeiten?
00:10:50: Weil die Forschung recht klar belegt, dass Kinder, die längere Strecken oder Jahre lang in konfliktreichen Verhältnissen leben einfach eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, depressiv verstimmt zu sein einmal.
00:11:06: Ängstlich zu sein, Schulängste zu entwickeln, Leistungsabfälle zu zeigen, schulischer und auch im späteren Beziehungsleben also vor allem in amorösen Beziehungen sich schwerer tun als wenn sie nicht so konfliktbehaftet aufwachsen.
00:11:21: Das gilt aber auch für Kinder, die in sogenannten – ich mag das Wort – nicht intakten Haushalten aufwachen, also wo beide Eltern zusammen
00:11:28: sind.".
00:11:29: Das ist überhaupt kein Gerand dafür, dass ein Kind gesund aufweichst nur weil die Eltern zusammen sind.
00:11:33: Weil wenn man jahrelang in einem Schlachtfeld aufwächst dann bringt das genau gar nichts, als die Eltern zusammensind.
00:11:39: Gibt
00:11:39: es dafür Belege?
00:11:40: Die bestätigen, dass sein Kind in einer funktionierenden Trennungssituation wo die Eltern sich gut verstehen und reiniger Maßen Harmonie dass die eigentlich glücklicher aufwachsen können, wie Kinder den Eltern noch zusammen sind.
00:11:54: Aber halt ständig streiten?
00:11:55: Ja das ist so und es ist nicht einmal notwendig, dass Harmonie herrscht zwischen den getrennten Eltern obwohl das das Ideal wäre.
00:12:01: Es ist sogar möglich, dass man den Anspruch an Harmonie fallen lässt und einen respektvollen und sachlichen Umgang anstrebt.
00:12:10: Das ist nicht das Ideale.
00:12:12: Aber das Wichtigste ist, dass ein Kind nicht in einer permanenten Konfliktsituation steht und nicht an einen Leuten des Konflikt leben muss.
00:12:19: Darüber werden wir später noch reden.
00:12:21: Ich würde vorstellen, wir beginnen jetzt mal vielleicht nur so für alle die sich frisch getrennt haben und vielleicht erst einmal die Entscheidung treffen müssen ja welches Familienmodell, welches Betreuungsmodell ist eigentlich das Richtige für unsere Familie?
00:12:34: Bevor wir zu den einzelnen unterschiedlichen Modelle auflisten, erklär mal kurz Katharina Welche Überlegung sollte denn über beim Anfang der Wahl eines Betreuungsmodells
00:12:43: stehen?
00:12:44: Also die wichtigste Frage, und ich glaube sie ist nicht immer die erste Frage, die man sich stellt.
00:12:50: Ist ihm nichts zu fragen was will ich?
00:12:53: obwohl ich die Frage total nachvollziehen kann weil die Antwort darauf ist vielleicht ich möchte fünftig-fünfzig leben.
00:12:58: Die wichtigste frage Was würde meinem Kind am besten tun?
00:13:03: Und das ist vielleicht eine Frage, die man sich ohne die vergehende Auseinandersetzung mit dem Thema oder eine Beratung vielleicht gar nicht beantworten kann könnte ich mir vorstellen.
00:13:13: Ich kann mir sehr gut vorstellen dass es eine überfordernde Frage ist.
00:13:17: Die Fragen, die daran anknüpfen sind wie alt ist mein Kind?
00:13:21: Ich gehöre nicht zu den Personen, die befürworten, dass Seuglinge in einem Doppelresidenzmodell leben und dafür abgestillt werden.
00:13:27: Also Doppleresidenz bedeutet das, was Kind bei Vater oder Mutter wohnt und hin- und herpendelt?
00:13:33: Im Kleinkind und Kindergartenalter ist es wieder etwas anderes und darüber hinaus sowieso.
00:13:38: wie sieht die Wohnortnähe aus?
00:13:40: Wäre das überhaupt möglich ein Dopplresidenzemodell zu leben oder sechzig vierzig Jahre?
00:13:45: oder wohnt einen Elternteil in Kloster Neuburg und der andere in Wien, weil es für das Kind doch sehr wichtig ist.
00:13:52: Mal abgesehen davon dass auch die Gesamtorganisation letztlich immer leichter ist wenn die Wohnorte eher nahbeneinander liegen.
00:13:58: Für das Kind ist es wichtig dass die Freunde zum Beispiel doch eher fußläufig erreichbar sind beispielsweise oder der Verein in dem man Basketball spielt.
00:14:06: Und dann ein wichtiger Aspekt ist schon noch was kann ich überhaupt mit meinem Arbeitsleben vereinbaren?
00:14:12: Also wirklich realistisch, nicht nur was wünsche ich mir sondern war es ist realistischer machbar.
00:14:17: Was könnte ich realistische ändern?
00:14:19: Und ich spreche mich auch sehr dafür aus dass man diese Änderungen dann erprobt und etabliert vor meiner Doppelresidenz installiert.
00:14:26: also nicht erst währenddessen ausprobieren kann Ich vielleicht meinen Schichtdienst anders legen oder die Auslandsaufenthalte reduzieren Sondern das muss halt sicher sein!
00:14:36: Die Kosten sind auch eine Frage, die sich stellt.
00:14:48: Okay, und jetzt bitte für einen kompakten Überblick.
00:14:51: Welche Familienmodelle gibt's in Österreich?
00:14:53: Vielleicht liest du mal kurz auf und danach reden wir über die Vor- und Nachteile eines jeden Modells.
00:14:57: Im Wesentlichen gibt es in Österreich beziehungsweise grundsätzlich drei Modelle und dann Schattierungen davon.
00:15:04: Das häufigste ist das Residenzmodell Bedeutet dass ein Kind oder Kinder Überwiegend oder fast zu gänzer, den Alltag verbringen bei einem Elternteil in einer Wohnung und der andere Elterenteil, der dort nicht lebt hat ein sogenanntes Kontaktrecht.
00:15:22: Und dieses Kontaktrecht wird dann individuell gestaltet.
00:15:25: üblicherweise bedeutet aber überhaupt nicht dass es so gemacht werden muss.
00:15:29: ist das jedes zweite Wochenende mit übernachtungen und vielleicht einen Tag unter der Woche?
00:15:34: Ein anderes Modell ist die Doppelresidenz, wird auch Wechselmodell genannt.
00:15:39: Bedeutet das ein Kind zu gleichen Anteilen oder annähernd gleichwertig bei beiden Elternteilen lebt, beide Elterenteile voll im Alltag?
00:15:47: dabei sind in besten Fall und das Nestmodell.
00:15:52: Im Nestmodelle lebt ein Kind in einer Wohnung und beide Elternteile haben jeweils eine eigenständige Wohnung.
00:15:58: d.h.
00:15:58: de facto gibt es drei Wohnungen Und die Elternteile kommen zur gleichwertigen Betreuung des Kindes in die Wohnung, in der das Kind lebt.
00:16:08: Das heißt, das Kind hat immer eine fixe Wohnung und die Elternteile kommen und gehen.
00:16:12: Wohnen aber auch noch da mit einem Fuß... Richtig!
00:16:16: ...in der alten Wohnung oder so?
00:16:18: Einem Fuß in den neuen.
00:16:19: Genau also entweder in der alten oder neuer Wohnung und es kann ein Nachteil Insofern darstellen, als dass die Elternteile noch gemeinsam einen Haushalt
00:16:29: führen.
00:16:30: Aus eigener Erfahrung, ich kenne dieses Modell.
00:16:32: Das nächste Modell ist natürlich auf dem ersten Blick eine Luxusvariante aber man kann es auch schaffen ohne drei Wohnungen zu finanzieren.
00:16:38: Es hängt dann ein bisschen vom Netzwerk ab und wenn das gelingt, dann ist es klar wäre sehr gute Variante für den Einstieg in dieses Getrenntleben vor allem fürs Kind weil sich da die Rahmenbedingungen normal verändern indem halt ein Elterenteil da ist Und der Zweite dann in abwechselt.
00:16:56: Aber das Kind bleibt immer in seiner Wohnung, in seinem Zimmer und... In dem Sinne sind die Veränderungen gering.
00:17:02: Es ist natürlich gewissermaßen dann halt schon ein Organisationsaufwand und man ist jetzt schon sehr am Hin-und-Herr pendeln.
00:17:09: was hat dann irgendwann vielleicht der Name?
00:17:11: dazu führt zu so einer gewissen inneren Zerrissenheit weil man halt immer gefühlt am Sprung ist.
00:17:18: aber im Grunde es ist glaube ich mal ganz gut für den Einstieg.
00:17:21: Ja, das stimmt.
00:17:23: Es kann gut für einen Einstieg sein.
00:17:24: Es ist auch manchmal überbrückend nach einer Trennung, wenn man noch auf Wohnung suche.
00:17:29: Ich halte es für den großen Fehler allerdings zu glauben, dass Stabilität sich am stärksten über einen Ort definiert für ein Kind.
00:17:37: Stabilitet definiert sich für ein kind am allermeisten über die Beziehung zu den jeweiligen Elternteilen und über die beziehungen, die beide elternteile zueinander haben.
00:17:46: Und Kinder können, wenn das weitgehend passt sehr gut mit räumlichen Wechseln und veränderungen umgehen.
00:17:54: Viel besser, als man das als Erwachsener intuitiv einschätzt.
00:18:10: Das Residenzmodell ist dieses Modell über das wir uns ja eigentlich schon hinwegsetzen wollen in diesem Podcast.
00:18:16: Weil es geht dann doch um Fünfzig-Fünfzig.
00:18:19: Wir reden da jetzt in Wahrheit von Doppelresidenz-Modell.
00:18:22: Das ist wahrscheinlich die gängigste Variante dass dann das Kind bei Papa lebt und bei Mama lebt, dort ein Zimmer hat und hier ein Zimmer.
00:18:31: Das ist jetzt nicht interessant, dass du sagst, dass der Standort eigentlich nicht entscheidend ist für die Stabilität.
00:18:37: gibt es trotzdem so Fakten wie das Alter oder irgendwie andere Parameter ab denen man am Kind das zutrauen kann, dass sie sich pendelt von Wohnung zu Wohnung?
00:18:48: Ich denke, dass es einem Kind auf jeden Fall zuzutrauen ist.
00:18:51: Wenn man dafür die Idealrahmenbedingungen schafft und das Kinder sehr gut und ich möchte auch gar nicht schaffen nennen sondern sie leben das dann gut und sie leben's gerne weil Kinder eigentlich meiner Erfahrung nach und Jugendliche mit beiden Eltern ihren Alltag gestalten wollen.
00:19:08: Und wenn man den Alltag nicht gemeinsam lebt, kommt man also vor allem Papas sehr schnell in die Rolle Special Time zu verbringen.
00:19:19: Das schaut auf den ersten Blick super aus und hört sich toll an, weil man macht ja nur die tollen Sachen gemeinsam.
00:19:26: Aber das ist nicht das worauf man als Kind, als Mensch später zurückblickt.
00:19:32: Man blickt viel mehr auf den Alltag zurück!
00:19:34: auf alltägliche Situationen, die herausfordernd waren.
00:19:36: Also wie ist mir heute am ersten Schulter gegangen oder nach meiner ersten Schullerbeide?
00:19:40: Oder ich habe mich mit meinem besten Freund gefetzt und wenn das alles nur abgefangen wird von einer Person oder aufgefangen werden und mit dem Papa halt dann irgendwie nur das vermeintlich Schöne verbracht wird, dann geht da eigentlich ganz viel an Qualität
00:19:54: verloren.".
00:19:55: Du hast jetzt gesprochen von den idealen Rahmenbedingungen.
00:19:58: Wie könnten die denn ausschauen?
00:20:00: Wir wissen euch... Die Realität ist nicht ideal!
00:20:04: Aber was können Väter?
00:20:06: Natürlich auch Mütter, aber uns interessiert jetzt natürlich am meisten die Väterperspektive.
00:20:10: Was können wir tun damit das Doppelresidenzmodell für unser Kind super funktioniert und schlussendlich auch für uns?
00:20:16: In einem ersten Schritt den anderen Elternteil die Mama zu begreifen als einen Geschäftspartner für das wichtigste Projekt im Leben.
00:20:26: Businesspartnership!
00:20:27: Businesspartner, Teampartner.
00:20:30: warum?!
00:20:31: Mit einem Geschäftspartner, mit dem ich ein wichtiges Projekt umsetzen möchte.
00:20:36: Mit dem ich einen Ziel verfolge den behandle ich respektvoll.
00:20:41: Ich bin sachlich und motiviert aber wir müssen nicht die totale Harmonie leben das braucht es dafür nicht.
00:20:47: Wir müssen auch nicht Freunde sein.
00:20:49: Also diese Haltung, die Bereitschaft aufzugeben mit dem Ex-Partner alles was noch offen ist aus der Beziehung zu klären.
00:20:57: Das gehört in Gespräche mit Freunden, in Beratungen vielleicht in Psychotherapie.
00:21:03: Es gehört nicht in das Co-Parenting hinein schon gar nicht vom Kind Frisch.
00:21:08: nach einer Trennung wird es vielleicht so sein dass man sich noch ein paar mal zusammensetzt um sich auszureden aber wenn das dann so prolongiert wird dann ist es keine Haltung.
00:21:16: die leber ist für alle Beteiligten nicht die Bereitschaft, sich Hilfe zu holen wenn man überfordert ist absolut zuverlässig zu agieren.
00:21:24: Egal ob der andere auch zuverlässig ist oder nicht das verlangt einem sehr viel ab weil man schnell in das Fahrwasser kommt.
00:21:32: Wenn du so bist warum soll ich dann noch immer total zuver lässig sein mich an alle Vereinbarungen halten?
00:21:38: Du machst es ja auch nicht.
00:21:40: und da geht's dann aber wenn man genau hinschaut gar nicht mehr um das Kind sondern es geht um einen Fairness-Streit.
00:21:47: Und das muss man dann oft aufgeben, weil es läuft nicht immer fair ab.
00:21:51: Es läuft auch nicht so ab, dass der andere Elternteil die Anerkennung für was man tut zukommen lässt, die man sich wünschen würde.
00:21:59: Also sich von dem los zu sagen ... Das ist sehr viel und am meisten gewonnen, wenn man sich auf seine Zeit konzentriert und versucht aus dieser Zeit mit dem Kind das Maximum rauszuholen.
00:22:12: Und dafür volle Verantwortung zu
00:22:13: übernehmen.".
00:22:32: Viele Eltern am Anfang noch nicht wissen, welche Rolle jetzt wirklich das Alter des Kindes spielt bei der Wahl.
00:22:38: Das Modellsunformat bei den Betreuungsintervallen.
00:22:42: Ich habe mir gelesen dass das Kind sollte von einem Elternteil so lange getrennt sein wie es alt ist also sprich vier Jahre alt maximal vier Tage sonst leidet die Bindung stimmt es?
00:22:52: Also was sind da andere Rules?
00:22:54: Es ist eine Faustregel.
00:22:55: tatsächlich letztlich kommt auf den Individualfall an und Ich rate immer dazu, kleiner anzufangen und zu schauen wie geht es dem Kind damit.
00:23:04: Je nach Alter kann man mit dem Kinder ja auch darüber sprechen.
00:23:06: ich bin immer wieder verwundert bis bestürzt darüber wie wenig Eltern mit ihren Kindern sprechen.
00:23:12: Man kann sich mit den Kindern einfach zusammensetzen und fragen wie geht's dir da mit?
00:23:16: Und diese Aussagen in Entscheidungsfindungen Im Kleinkind und Kindergartenalter ist es tatsächlich so, dass die Intervalle kürzer sein sollten.
00:23:27: Häufigere Kontakte, kürzere Intervallen nicht lange blöcken, weil Kinder im Kleinkindergarten Alter ein anderes Zeit empfinden haben für die fühlt sich das alles sehr, sehr lange an.
00:23:39: Im Schulalter also mit der ersten Klasse wollen können viele Kinder schon einen wöchentlichen Rhythmus leben, also wöachendlich zu wechseln.
00:23:48: Es gibt aber auch Kinder Die das nie möchten, die das auch als Jugendliche nicht möchten.
00:23:53: Weil sie sagen da stellt sich dann doch zu viel Sehnsucht ein es ist ihnen lieber doch bei vier Tage oder so zu bleiben.
00:24:00: und bei Jugendlichen ist es dann so dass oft Modelle sich sehr stark anzupassen haben an deren Leben weil in fünfzehn oder sechzehnjähriger schon ein eigenes Leben hat.
00:24:11: Beispielsweise, ich denke da jetzt an eine konkrete Familie.
00:24:14: Der lebt der Papa im einundzwanzigsten Bezirk und die Mama ist mit dem neuen Part umgezogen nach Perthholzdorf.
00:24:21: Da war dann das Doppelresidenzmodell so nicht mehr gut lebbar und die Bitte des Sohnes war flexibel zu reagieren und das haben sie auch gemacht.
00:24:30: Das wird halt eher alles flexibel Entschieden, was auch wieder sehr viele Herausforderungen mit sich bringt.
00:24:36: Weil es dann zu mehr Berührungspunkten kommt und je mehr Berührungspunkte es gibt, desto häufiger kommt's auch oft zur Reiber rein.
00:24:44: Woran merkt man denn jetzt als Elternteil?
00:24:46: Wenn das Kind jetzt nur nicht pupatierend ist und relativ klein ist Kindergarten oder Volksschulalter, dass dieses Modell jetzt vielleicht ... aktuell nicht mehr gut funktioniert.
00:24:56: Am Kind an den Übergaben und an der Organisation, also am Kind merkt man es.
00:25:03: wenn das Kind mehrere Wochen die Wechsel hinauszugen möchte, wenn sie über Bauchwege klagt im Vorfeld weil der Test ein paar Tage vor dem Wechsel plötzlich verhaut wird dann sollte man sich die Frage stellen passt da gerade was nicht.
00:25:21: Und das kann auch ganz andere Gründe haben, aber es kann auch am Modell liegen.
00:25:26: An der Stelle möchte ich dazu sagen, weil da kommt's ganz oft zu Missverständnissen wenn zum Beispiel eine Doppelresistenz etabliert wird.
00:25:33: Wenn ein Kind bei der Mama überwiegend gelebt hat... Und dann möchten beide Elternteile oder einen Elternteil eine Doppelresidenz etablieren und dann kommt es auch soweit.
00:25:44: Dann ist natürlich meistens bei den Kindern zu beobachten, dass sie sich im Verhalten verändern.
00:25:52: Es kann auch sein, dass bei einem Wechsel das Kind weint und sich beispielsweise an die Mama dran hängt und sagt ich mag nicht gehen und weint.
00:26:01: Und es wird dann halt dem Papa übergeben.
00:26:03: Das ist zum Beispiel überhaupt nicht eine Situation und damit bin ich ganz oft konfrontiert in Beratungen zu sagen, so funktioniert das nicht.
00:26:11: Wir können keine Doppelresidenz etablieren weil sie
00:26:14: weint.".
00:26:15: Das ist ganz klar dass ein Kind weint, weil es in einer neuen Welt eintritt die neue Umstände und alle müssen sich adaptieren und das tut vielleicht auch im Moment weh.
00:26:26: man darf sich dann da nicht vorstellen dass Kinder dann wenn sie beim Papa sind Die ganze Zeit weinen, die finden sich dann dort eigentlich ganz gut ein und nach einer Zeit wird das einfach Routine.
00:26:37: Aber nicht Routine, die ertragen wird sondern die gelebt werden will.
00:27:02: Ich glaube auch dass man das sehr stark differenzieren muss als Ausvater wenn man dann das weinende Kind übergeben kriegt Dass es ja da nicht zu bedeuten hat, dass das Kind jetzt nicht zu dir will.
00:27:11: Es würde nur jetzt nicht gerade weg von der Mutter
00:27:13: Genau weil Kinder gerne beides auf einmal am liebsten hätten.
00:27:17: Wechsel sind immer der Abschied von einer Person und das Ankommen bei den anderen Personen.
00:27:22: Das bleibt einfach für viele bis ins Jugendalter so, dass da immer ein Teil halt auch ... Damit zurechtkommen muss, dass der andere Elternteil halt jetzt nicht da ist.
00:27:32: Ja dafür hat man ja dann aber auf der anderen Seite eben den anderen Elternteil für sich.
00:27:36: und letztlich ist die Frage... ...ist es nicht so eben Summa-Somaru und vor allem denn in der Rückschau auch einfach schöner und gewinnbringender im Aufwachsen?
00:27:44: Und nicht nur fürs Kind sondern auch für die Eltern, die wenn sie sich das wirklich teilen Egal jetzt in welcher Aufteilung, ob fifty-fünfzig oder sechzigvierzig.
00:27:53: Ob insgesamt das Leben nicht runterläuft?
00:27:56: Ja weil schon sehr viele Elternteile die nicht gleichwertig betreuen einfach wahnsinnig überfordert sind ja!
00:28:02: Und nicht nur sie selber, das spüren die Kinder auch.
00:28:04: Dass man dann immer am Limit ist.
00:28:06: Also zur Übergabe kann ich noch empfehlen dass es ganz gut ist wenn man das zum Beispiel über den Kindergarten macht.
00:28:11: einer bringt unter anderem jetzt ab mit
00:28:13: Zack
00:28:13: und Park oder in der Schule.
00:28:15: Das erleichtert dann diesen Trennungsschmerz Der eben oft gar nicht so zu interpretieren ist wie er oft anscheinend.
00:28:22: Und
00:28:22: Rituale helfen auch sehr ja?
00:28:24: Z.B.,
00:28:25: wenn ein Kind ein Kuscheltier hat dass es das Kuscheltier mitnimmt.
00:28:29: Es braucht dann nicht ein Papa-Kuscheltiere und ein Mama-Kusheltier, sondern es ist das Kuscheltier, das mich begleitet bei den Wechseln.
00:28:37: Und wenn das halt vorher bei der Mama immer war, dann ist es halt das Kucheltier da, was die Mama gekauft hat.
00:28:42: Manche Eltern haben auch damit ein Problem.
00:28:44: Also von so etwas muss man sich dann wirklich verabschieden ja?
00:28:47: Weil's einfach darum geht okay, das ist meinem Kind gerade eine Stützer ... Und das ist das Einzige, was zählt.
00:28:53: Oder beispielsweise auch dass man sich nicht gleich ein Treffen mit Freunden ausmacht nach einem Wechsel oder im Zuge eines Wechsels sondern vielleicht einmal eine halbe Stunde oder Stunde oder überhaupt den Nachmittag nur mit dem Kind verbringt und einfach schaut wo steht mein Kind?
00:29:07: gerade auch er braucht es grad irgendwie mehr einen Rückzug ist sie traurig möchte nur mit mir sein is eh aufgeweckt genug.
00:29:15: also vor allem wenn man Modelle etabliert bin ich dafür, dass man bei den Übergaben an den Tagen möglichst eigentlich angenehmes Programm macht.
00:29:25: Aber immer eine Tür offen lässt für alles was da kommen kann.
00:29:28: und die Übergabetage sind manchmal wenn Modelle neu etabliert werden für Kinder sehr herausfordern und sie verhalten sich dann anders als beispielsweise am nächsten Tage.
00:29:38: gar nicht unbedingt so das sie weinen aber dass sie sich vielleicht ein bisschen zurückziehen oder im Gegenteil sich sehr viel Körper näher suchen Und dann am nächsten Tag sind sie so, wie sie üblicherweise sind.
00:30:00: Vielleicht nur kurz zur Doppelresidenz.
00:30:03: reden wir vielleicht kurz über rechtliche Herausforderungen die dieses Modell auch mit sich bringt?
00:30:09: Welche sind also die gängigsten in deiner Beratung und vor allem vielleicht auch für Vieter?
00:30:13: Was
00:30:13: viele nicht wissen, die sich juristisch damit gar nicht das Standard gesetzt haben ist dass ein Kind in Österreich nur einen Haupthundsitz haben kann, den sogenannten Hauptaufenthalt.
00:30:23: Dieser ist doch zu bestimmen, nicht unbedingt gerichtlich zu hinterlegen.
00:30:26: Aber zwischen den Eltern muss das Glas einbeziehungsweise ergibt sich dadurch dass das Kind eben überhaupt nur eine Hauptmeldadresse haben kann.
00:30:34: Das ist eigentlich der wichtigste Aspekt weil am Hauptaufenthalt sehr viel hängt.
00:30:41: beispielsweise ist es so die Person die den Hauptaufthalt innerhalb üblicher Weise die Partei ist die Familie in Beihilfe Bezit.
00:30:48: Und an einem Bezug der Familienbeihilfe sind wieder andere Leistungen geknüpft, Leistungen auch die man mitunter gar nicht braucht.
00:30:56: aber man könnte in die Situation kommen dass man sie braucht zum Beispiel Mitbeihhilfe.
00:31:01: Man kann nicht ein Dokumenteinreich in dem steht ich habe einen Kind da eine beziehte Familie bei Hilfe das ist nicht gültig ja?
00:31:07: Man könnte das dann nur in dem Fall umschreiben lassen beispielsweise also abändern Was auch daran geknüpft ist, beispielsweise der Schulsprengel dazuständiger.
00:31:16: Das heißt wenn das Kind im fünften Bezirk gemeldet ist dann ist der Schulsprängel den Fünftenbezirken nicht der zweite Bezirker vielleicht ein anderer Elternteil wohnen.
00:31:25: Das Aufenthaltbestimmungsrecht geht auch mit dem Hauptaufenthalt hinein.
00:31:28: Das heisst wenn es zum Beispiel strittig oder hochstrittig werden würde und Hoffentlich nicht, aber es passiert oft genug.
00:31:35: Das Konfliktniveau zwischen den Eltern wird so hoch, dass das Kind, das nennt man einbehalten wird, also nicht übergeben wird wie vereinbart.
00:31:43: Dann hat der Elternteil, der den Hauptaufenthalt nicht hat – also wo das Kind nicht hauptgemeldet ist -, hat das Kind einen anderen Elterenteil zu übergeben und der Elternteil, der dem Hauptaufenthalte hat, berechtigt auch die Polizei beispielsweise einzuschalten.
00:31:56: Und Polizei ist dann auch gefordert, das Kind zu übergehen.
00:31:58: Also wir hoffen, es kommt!
00:32:00: nie soweit, aber wenn es hart auf hart geht spielt der Hauptaufenthalt eine große Rolle auch für allein-verdiener Absatzbetrag und so weiter.
00:32:09: Es ist ja eigentlich de facto so, wenn in einer Trennung zu fifty-fifty das Kind bei dir lebt am Haupt von Sitz dann gilt's du als Alleinerzieherin, oder?
00:32:21: Du könnt jetzt dann profitieren von Absitzbetregen oder Förderungen, was auch immer.
00:32:26: Genau!
00:32:26: Aber teilweise eben nur wenn du auch Familienbeihilfe bezieher bist.
00:32:30: Elternteile die zu Fünfzig-Fünfzig oder an Ihren Fünfzig-Fünftig betreuend passen in die Logik dieses rechtlichen Rahmens nicht hinein?
00:32:39: Absolut und das äußert sich ja dann zum Beispiel darin.
00:32:42: Doppel Residenz setzt voraus dass du dein Kind in deiner Wohnung, also in dem Fall als Vater ja auch ein Kinderzimmer bieten kannst.
00:32:50: Das heißt du bist, wenn du schon mal Wohnungen suchst.
00:32:52: Wenn du ein älteres Kind hast gezwungen ein drittes Zimmer mitzusuchen was natürlich nochmal das Mitbudget steigert ist klar.
00:33:00: und wenn du jetzt zum Beispiel dann noch sagst okay du mögst es bei der Stadt Wien probieren mit einem wiener wohnticket und suchst dir jetzt eine gemeindewohnung oder hast von der Stadt Win gefördert die Wohnung Dann hat das eigentlich keine Gültigkeit dass du fifty-fifty machst sondern wenn das Kind bei der Mutter gemeldet ist als Hauptwohnsitz.
00:33:18: Das kann jetzt diverse Gründe haben.
00:33:19: Es kann ja oft schulische Gründe, die das plausibel machen und dann kann man auch nicht hin- und her zwitschen... ...dann kriegst du de facto ein Zimmerwohnung!
00:33:28: Mit einem Kind hat es wahrscheinlich sehr schwierig da eine happy Doppelresidenzzug erschaffen.
00:33:34: Das ist als Einpunkt, wie du im Schulter erwähnt hast, dass der Serbet gilt dafür Wohnbeihilfe.
00:33:39: Es wird da auch nicht berücksichtigt, dass du dann dort immer drittes Zimmer finanzieren musst wenn du nicht haupt von Sitz des Kind bei dir gemeldet is'.
00:33:46: Und vermutlich gibt es noch mehrere Problemstellen.
00:33:49: Gibt's da einfach in der Politik, weißt du das?
00:33:52: Wird das irgendwie erkannt dieses Thema?
00:33:54: Mir ist das nicht bekannt und schon vor vielen Jahren habe ich mit meiner damaligen Mentorin darüber gesprochen und die ist politisch aktiv.
00:34:03: Sie hat uns jetzt schon vor einem knappen Jahrzehnt das angesprochen und angekreidet, dass das so ist ja!
00:34:08: Und jetzt ist es im Jahr zwanzig und das ist noch immer so... Und Juno arbeitet mit der ÖPA, die ist vielleicht eh wichtig zu erwähnen.
00:34:16: Die österreichische Plattform für Alleinerziehende zusammen.
00:34:19: Wir haben auch einen Übrigen seiner Broschüre rausgegeben zum Thema Doppelresidenz, den man sich auf der Seite der ÖFA downloaden kann.
00:34:24: Wie
00:34:25: heißt die Broschure?
00:34:26: Die Broschurer heisst Doppleresidenz ein Betreuungsmodell für uns.
00:34:30: Ja, ÖPA setzt sich soweit ich weiß schon dafür eigentlich aber auch mit meiner Kollegin und Vorgesetzten vor einigen Wochen darüber gesprochen und gesagt wir sollten das eigentlich wieder Fassieren die Auseinandersetzung mit der Thematik.
00:34:43: Es ist letztlich wirklich die Frage, wie man das auftröselt, weil die Rechtslage da eigentlich sehr einfach sehr stark ist.
00:35:03: Das Gute ist dass man schon ein bisschen eine Lösung erarbeiten kann solange man als Eltern gutes Auskommen miteinander hat.
00:35:12: Man kann es auch wenn es nicht gegeben ist auf dem Rechtsweg versuchen oder man macht sich einfach untereinander aus dass die Familienbeihilfe gesplittet wird oder das der Elternteil gewisse Leistungen, die ihr eben in Anspruch nehmt.
00:35:28: Der Absatzbetrag, dass die einfach geteilt werden.
00:35:32: Erfahrungsgemäß ist es so, dass alles nur funktioniert wenn man ein halbwegs gutes Auskommen hat und es ist ganz schnell dort wo es strittiger ist, wird er sehr als Hebel benutzt und wäre ein gutes Thema für eine gemeinsame Beratung für eine Mediation, wo nämlich der Fokus wieder weg kommt von dem was da gerade zwischen den Eltern los ist.
00:35:53: Was da eigentlich ausgefochten wird.
00:35:54: hin zur Frage Kommt das nicht im Kind zu gut?
00:35:57: Also es geht ja ums Kind.
00:35:59: Es geht nicht darum dass ich dir da jetzt etwas nicht gönne Das wäre totale Paarebene Sondern hin zur Elternebene.
00:36:06: Und die Elterneebene stellt sich die frage Gut was braucht's damit das Kind auf beiden Seiten finanziell betrachtet gut leben kann?
00:36:14: Was empfiehlst du jetzt, wenn es um finanzielle Ausgaben geht?
00:36:18: Ein Kind, das in zwei Haushalten lebt.
00:36:20: Kann vieles doppelt verwenden und man kann vieles hin- und herbringen aber gewisse Dinge muss man einfach zweimal kaufen.
00:36:27: Was empfiehlt du da?
00:36:28: Ist es nur immer sinnvoll, Familienkonto zu haben.
00:36:31: Wie kann man sich diese Anschaffungen alle am besten aufteilen, dass es dazu wenig Konflikten wie möglich
00:36:37: kommt?
00:36:37: Also ein Familienkonto funktioniert gut wenn beide Elternteile dort stehen.
00:36:43: das sie sagen ist okay für mich und der andere sieht, welche Transaktionen ich für das Kind mache.
00:36:50: Es gibt Elternteile, denen geht es zu weit, weil sie sagen so viel möchten Sie sich quasi nicht in Ihre Ausgaben schauen lassen.
00:36:58: Im besten Fall ist es aber sowieso so, dass alle Abbuchungen die anstehenden über das Familienkonto vorab besprochen sind und der andere gar keine Überraschungen erlebt, ja?
00:37:09: Weil er darüber Bescheid weiß was von diesem Konto beglichen wird und was nicht.
00:37:16: Da sind wir dann wieder bei den Rahmenbedingungen.
00:37:18: Im besten Fall tauscht man sich einfach darüber aus ganz konkret und schriftlich festgehalten, wie was laufen wird.
00:37:25: Was
00:37:25: bringt diese Verschriftlichung?
00:37:27: Es entstehen immer Reibungsflächen – das habe ich so nicht gesagt, daran kann ich mich nicht erinnern!
00:37:33: Und wenn das verschriftlich ist mit einem Datum drunter Dokument kennen, das sie auch noch bearbeiten können.
00:37:42: Wenn jemand es abtippt und dem anderen übermittelt dann kann der andere noch einhacken und sagen du das habe ich so nicht gesagt und diskutiert mir vielleicht nochmal eine Runde?
00:37:49: Dann überarbeitet man das Dokument aber man hat's da und das bickt dann halt einfach!
00:37:54: Und wenn halt ein Konflikt aufkommt, dann kann halt die Karte nicht gespielt werden.
00:38:00: Das hab' ich damals nicht gesagt.
00:38:03: Es geht halt ganz flott, dass diese Karten gespielt werden.
00:38:06: Das ist menschlich aber es ist von Nachteil für das Co-Parenting halt.
00:38:32: Da stehen wir auch schon mittendrin im nächsten Thema nämlich der Organisation des Familienalltags.
00:38:38: Wenn man diese groben Themen jetzt mal so beiseite geräumt hat kann natürlich schon passieren, dass bis dahin schon einmal ein bisschen gestritten wird vor allem wenn's dann um Finanzen geht.
00:38:47: Das sind sensible Themen.
00:38:50: Wenn man jetzt aber durch ist, man hat ungefähr den Rahmen jetzt mal fixiert.
00:38:53: Man weiß welches Familienmodell man leben will und man probiert es mal aus.
00:38:59: Was für Routinen empfiehlst du Familien damit sie langfristig jetzt so gut?
00:39:05: Workflow aufbauen.
00:39:06: Der für alle zufriedenstellend ist sowohl Eltern als auch Kinder.
00:39:09: Es gibt mehrere Routinen, eine davon ist beispielsweise dass man einen fixen vorhersehbaren Wechselrhythmus hat Denn alle kennen das Kind und nicht jedes Monat oder jede Woche von neuem Beginn zu diskutieren Wann wird gewechselt?
00:39:25: Auch das gibt es.
00:39:26: Das ist keine bewährte Routine Ein gemeinsamer Kalender in digitalen, den alle Termine eingetragen werden.
00:39:35: So dass der andere einfach sehen kann was ansteht.
00:39:37: da braucht man dann nicht herum schreiben und telefonieren sondern man sieht es einfach Übergabereituale wie beispielsweise das man an einem Übergabetag ein gemeinsames Abendessen macht oder den Nachmittag den Abend zu zweit oder mit dem Partner der Partnerin verbringt, aber nicht noch weiteren Personen.
00:39:59: Und was ich auch empfehle ist, dass es einmal im Jahr so etwas wie eine Elternkonferenz gibt, wo man sich einfach anschaut in Ruhe, was läuft gut?
00:40:10: Was läuft schlecht?
00:40:12: Welche Bedürfnisse gibt's vom Kind?
00:40:14: Welchen Bedürfen hat mir vielleicht als Elternteil?
00:40:17: Was möchten wir ändern?
00:40:18: das mindestens einmal im Ja?
00:40:21: Und immer dann, wenn es halt sonst auch notwendig ist.
00:40:24: Also zum Beispiel bei Übergängen in Volksschule ins Gymnasium oder wenn ein neuer Partner oder neuer Patnerin vorgestellt werden soll oder wenn man sich Sorgen ums Kind macht und einmal in der Woche einen Zeitfenster in dem Anliegen wichtiges übermittelt wird schriftlich oder telefonisch weil's ganz häufig so ist dass Anliegen so zwischendurch reinkommen.
00:40:53: Und das ist gerade, wenn man frisch getrennt ist nicht zu leicht die Elternebene und Paarebene getrenn zu halten, weil man dann so viele Berührungspunkte hat.
00:41:03: Das ist dann einfach gescheiter sich einen fixen Timeslot zu nehmen.
00:41:07: Man muss ja nicht unbedingt telefonisch erreichbar sein.
00:41:09: Man kann sich darauf verlassen dass beispielsweise am Sonntagabend eine E-Mail da ist mit einer Wochenzusammenfassung oder anlegen.
00:41:15: Wie wichtig ist es eigentlich für ein Kind, dass es auch nach der Trennung gemeinsam mit Vater und Mutter zu dritt Zeit verbringen
00:41:23: kann?
00:41:24: Es kann sein aber es muss nicht sein.
00:41:26: Es ist für Kinder ein sehr großes Geschenk wenn die Eltern das können – und zwar wahrhaftig können, authentisch können, konfliktfrei können, wenn sie gemeinsam Elternabende besuchen, am Zagnisterg gemeinsam vor der Schule stehen.
00:41:40: Das freut Kinder sehr!
00:41:44: Es ist aber kein Muss und es ist auf jeden Fall davon abzuraten, wenn diese Kontaktebühnen der Anspannungen sind die das Kind moderiert.
00:41:54: Und das machen Kinder oft ein Kind leidet nicht drunter, wenn Mama und Papa nicht gemeinsam mit ihm Zeit verbringen.
00:42:03: Ein Kind leitet immer am allermeisten, wenn's Konflikt spürt.
00:42:23: Du hast ja vorhin auch schon gesagt dass gleichwertige Erziehung nach einer Trennung jetzt nicht nur bedeutet, sich die Erziehungen fünftig-fünfzig zeitlich aufzuteilen.
00:42:34: Sondern es geht auch um die Aufteilung der Verantwortung, nicht das eine Person sich um den viel zitierten Mental Load kümmern muss.
00:42:41: Wer sind viele so da?
00:42:42: Wie kann man sich diese Verantwortung möglichst gleichberechtigt zwischen den Eltern aufteilen?
00:42:48: Das funktioniert wenn man die Haltung hat dass der jeweils andere Elternteil vielleicht ganz anders als man selbst oder halt anders seine Verantwortung nachkommt.
00:42:59: Also ich muss dem zugestehen, dass er das auch schafft.
00:43:03: Das ist das eine und das andere ist, dass man nicht Aufgaben verteilt sondern Zuständigkeitsbereiche.
00:43:11: zum Beispiel Der Papa ist zuständig für alle Arztbesuche Die Mama ist zustendig für alle schulischen Termine.
00:43:21: Man hat zwar dann auch nur Einblick über die Berichterstattung quasi des anderen Elternteils und des Kindes.
00:43:26: Aber die andere Seite ist, dass man das einfach aus seinem Kopf ganz rausstreichen kann und nicht das große Ganze immer im Blick haben muss sondern halt seine Aufgaben bereiche.
00:43:35: Sofern
00:43:35: wir das denn auch Will.
00:43:36: als eigener Erfahrung ist es dann schwer zu sagen okay die Schule geht mir jetzt nichts mehr an.
00:43:41: Gleichzeitig will ich natürlich auch bei wichtigen ärztlichen Untersuchungen dabei sein.
00:43:45: Klar,
00:43:46: aber man könnte so aufteilen dass wenn das Kind zum Beispiel eine anstehende Mandel-OP hat, man da vielleicht mitgeht durchaus bei Terminen obwohl es die Zustandigkeit der Mama ist ja?
00:43:58: Aber dass sonst halt die Mama die FSME Auffrischung den Nächsten die Anstatt im Auge hat.
00:44:04: Es müssen nicht immer beide Elternteile alles am Radar haben.
00:44:09: Weil das ist einfach sehr viel und worauf man sich halt schon verlassen können, möchte meiner Erfahrung nach, dass man vom anderen Elternteil einfach am Laufen gehalten wird wahrheitsgemäß.
00:44:21: Und dann wird der andere auch nie das Gefühl haben, dass er da zu wenig Informationen hat obwohl er nicht jetzt gerade den Impfpass vor Sicht liegen hat und die FSME-Impfungen im Blick hat.
00:44:32: Das sind wir schon gelandet beim nächsten großen wichtigen Thema nämlich der Kommunikation.
00:44:38: Ohne gute Kommunikations kann Co-Parenting natürlich nicht funktionieren.
00:44:43: Uns interessiert jetzt, wie schaffen wir es denn, dass wir vernünftig miteinander reden?
00:44:46: Oftmals noch steckt vielleicht immer noch die Trainung in den Gliedern und das geht um Krankungen, es geht um Verletzungen... Was empfiehlst du, wie spricht man miteinander nachdem er sich getrennt hat und ein Kind gemeinsam erziehen will?
00:45:00: Man spricht nicht impulsiv, man schreibt doch nicht impulsive weil da oft die Paarebene hineinspielt ganz schnell, sondern man lässt sich Zeit um auf Nachrichten zu antworten.
00:45:12: Vor allem bei Nachrichten wo man merkt okay das macht mich jetzt wütend oder ich fühle mich angegriffen.
00:45:17: Man vereinbart fixe Zeiten zu denen man kommuniziert bzw.
00:45:22: wenn es spontaner sein soll fragt man den anderen wann passt es für dich?
00:45:28: Man ruft vielleicht nicht einfach an und sagt, du, das beschäftigt mich jetzt schon seit vier Tagen.
00:45:33: Ich möchte es unbedingt mit dir darüber
00:45:35: reden.".
00:45:36: Und dann sagt der andere, das passt jetzt grad nicht für mich und dann ist man vielleicht eingeschnappt.
00:45:39: Sondern es gescheitert, man macht sich einen fixen Termin aus einmal in der Woche zu dem er dann vielleicht telefoniert oder Nachrichten übermittelt.
00:45:48: Man verhandelt aus im Vorfeld worüber wie kommuniziert wird beispielsweise dass alle Fakten, Termine fristen schriftlich kommuniziert werden Alles, was mehr mit Gefühlen zu tun hat telefonisch gemacht wird.
00:46:03: Weil die Nachrichten einfach viel Spielraum da ist, sie falsch zu lesen und die Körpersprache fehlt.
00:46:09: Und das ist bei wenn es um Emotionen geht oft von Nachteil.
00:46:12: Man führt Gespräche nicht zwischen Tür- und Angel.
00:46:15: Das passiert ganz oft im Rahmen einer Übergabe.
00:46:17: Du warst ich dir sagen wollte?
00:46:18: Ich möchte zukünftig das und das anders machen!
00:46:21: Das ist nicht der richtige Rahmen für solche Änderungswünsche.
00:46:24: macht man sich einen Termin aus ohne Kind.
00:46:27: Es ist nicht nötig, dass das Kind das mitbekommt weil vielleicht eine Diskussion entsteht und die es nur von Nachteil für das Kind.
00:46:34: Wenn's um herausforderndere Themen geht nimmt man sich ein Thema vor pro Gespräch und dieses Gespräch ist dann auch zeitlich begrenzt.
00:46:42: auf Eine Stunde war es emotional sonst oft zu überfordern wird Und für die nächsten Themen findet ein weiteres Gespräch statt vielleicht drei Tage später.
00:47:00: Was empfüllst du jetzt vätern, wenn sie merken okay ich komme einfach nicht durch es funktioniert nicht wir kommen auf keinen grünen Zweig jedes Gespräch endet im Streit.
00:47:10: Also bis zu einem gewissen Grad kann man Co-Parenting auch leben wenn das temporär durchaus Wochen und Monate so ist.
00:47:18: aber an einem gewissem Punkt muss sich sicher die Frage stellen ob das für alle Beteiligten gut lebt bzw wird man spüren?
00:47:26: Und das Kind wird's auch spülen dass zu aufreibend ist.
00:47:30: Das Wichtigste ist zunächst einmal, dass man auch wenn der andere Elternteil gerade nicht mitmacht und blockiert und nicht kooperiert das man nicht einschwingt und nach dem Prinzip wie du mir so ich dir lebt, das ist eine sehr große Versuchung sondern dass man sachlich bleibt ,dass man auf Provokationen nicht reagiert oder sehr sachlich reagiert Bestimmt ist, dass man mit sich selber sehr klar ist was man will weil sonst wird man aufs glatt das geführt und dass man immer wieder zum Ausdruck bringt.
00:48:03: Dass man um eine sachliche Ebene bemüht ist und wenn man das über eine längere Zeit durchhält und das ist sehr herausfordernd dann entzieht man der Konflikthaftigkeit letztlich den Sauerstoff.
00:48:18: Gibt es jetzt zum Beispiel Formulierungen oder Handlungen, die Konflikte auch entschärfen?
00:48:23: Die du empfehlen würdest.
00:48:24: Sie gibt schon nicht nur getrennte Elternteile machen das sondern Menschen im Allgemeinen.
00:48:29: wir sind sehr schnell bevorwürfen wie beispielsweise du holst sie immer zu spät ab.
00:48:35: Besser ist es nicht Vorwürfe zu formulieren sondern Anliegen zu formuliert indem man sagt mir ist es wichtig dass du sie pünktlich zurückbringst, weil meiner Erfahrung nach ist es so, dass wenn sie dann mal da ist um sechs, sie immer noch ein bisschen aufgekratzt ist und ihre Zeit braucht, um hier wieder anzukommen.
00:48:54: Das ist eine Aussage, einen Wunsch mit dem das Gegenüber auch was anfangen kann wo's auch ums Kind geht und wo's nicht um den Elternteil gerade geht der vielleicht auf der Ex-Partnenebene noch irgendwie gekränkt ist.
00:49:08: Vorwürfe bringen grundsätzlich eine andere Person immer dorthin sich zu verteidigen.
00:49:14: Und wenn der andere in einer Verteidigungshaltung ist, kommt man nicht gut weiter.
00:49:20: Es ist auch gut jemanden, dem ich etwas kritisch mitteilen möchte zu sagen ... Ich nehme das so und so wahr!
00:49:28: Das macht das und das mit mir.
00:49:29: Mich nervt das aus denen und den Gründen.
00:49:32: Das wünsche ich mir.
00:49:34: Und den anderen ins Boot zu holen und zu sagen was hältst du davon?
00:49:37: Weil in dem Moment wo ich den anderen um Rat frage fühlt sich das gegenüber meistens eigentlich nie mal angegriffen, wenn man die Frage was hältst du davon ehrlich meint.
00:49:48: Wenn es um Missverständnisse geht ist es denke ich gut zu sagen Ich glaube wir haben uns missverstanden.
00:49:54: Es kann auch daran liegen dass ich mich so unklar ausgedrückt habe und nicht zu sagen Das hast du miss verstanden?
00:50:00: Das hab' ich so sicher nicht gesagt.
00:50:03: Und was vollkommen unterschätzt is Danke.
00:50:08: Danke dass Du heute bündlich gekommen bist.
00:50:11: Danke, dass das die Woche so gut rennt.
00:50:14: Danke, ich merke, du bemüßt dich.
00:50:17: Es rennt noch immer nicht so gut aber danke, ich seh du bemüsst dich!
00:50:20: Also es aktiv zum Ausdrück bringen... Das ist etwas was für Ex-Partner oft ganz verwundern ist weil man häufig im Konflikt ist und wenn dann plötzlich ein Danke kommt eröffnet das mitunter einen neuen Abschnitt.
00:50:53: Danke Katharina Kaiser von Juno, da kann man sich sicher einiges mitnehmen davon.
00:50:59: Abschließend welche Erwartungen haben Väter oft und von welchen sollten sie eigentlich loslassen um auch langfristig wirklich entspannter in einem Co-Parenting zu leben?
00:51:10: Sie sollten loslassen, den Gedanken des Co-Parenting nur in durchgehender Harmonie funktioniert.
00:51:17: Das ist nicht notwendig für Co- Parenting – es darf auch ruckeln!
00:51:21: Es ist noch wichtig sicherzustellen, dass das Diskutieren dazugehört, nicht vor dem Kind sondern nur mit dem anderen Elternteil.
00:51:29: Dass es Hilfe gibt und man sich Hilfe holen kann wenn man merkt, man ist überfordert.
00:51:36: Sie sollten loslassen mitunter, dass sie vom anderen Elternteil die Anerkennung bekommen für ihr Papas an.
00:51:44: Das passiert vielleicht nicht?
00:51:46: Vielleicht schon – das wäre das Ideal!
00:51:48: Und wenn es ausbleibt sollte man als Papa nicht beginnen und sich zu zweifeln.
00:51:53: Man sollte Kontakt suchen zu anderen Papas, sei es indem man einen Podcast hört oder indem man auch spezifische Gruppen aufsucht und sich dort austauscht.
00:52:06: Und man sollte loslassen, dass man als Papa in seiner Zeit immer alles super und perfekt
00:52:13: macht.
00:52:28: Schlussfrage!
00:52:29: Wenn jetzt unsere Kinder in zehn Jahren auf die Trennung ihrer Eltern zurückblicken, woran erkennen sie das?
00:52:35: ihre Eltern vieles richtig gemacht haben?
00:52:38: Also kein Kind mit zum Beispiel einundzwanzig würde sagen voll super.
00:52:42: ich habe einen Wechselmodell gehabt und jeden Freitag waren die Wechsel.
00:52:46: Aber was ein Kind sagen würde, zum Beispiel ... Ich hab immer das Gefühl gehabt, dass ich bei meiner Mama über den Papa gutreden darf und beim Papa über die Mama gutrede.
00:52:56: Und über den Partner von der Mama und über die Partnerin vom Papa gut reden darf.
00:53:01: Niemand war da böse!
00:53:02: Ich hab alle gerne haben dürfen.
00:53:04: Ich hab nie das Gefühl, ich komm in einen Konflikt.
00:53:08: Sie würden sagen, meine Eltern haben mir gezeigt, dass man sich trennen kann.
00:53:14: Aber dass man nicht wechselseitig und auch selbst dabei zerstören muss.
00:53:19: Sie würden vielleicht auch sagen ... Es hat sicher Konflikte gegeben zwischen meinen Eltern aber sie haben sich immer darum bemüht die von mir fernzuhalten und untereinander auszumachen.
00:53:31: wenn doch mal schlecht geredet worden ist für mich dann war es so das der Papa zu mir gekommen ist und gesagt hat setzte ich da mal her.
00:53:39: Ich hab da gerade was gesagt über die Mama vorher, das hätte ich von dir nicht sagen sollen.
00:53:44: Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich vorher so über die mama geredet habe und sie würden sagen, obwohl meine Eltern getrennt waren, waren beide Eltern für mich immer da und beide waren Bezugspersonen für mich.
00:53:57: Katharina, vielen Dank.
00:53:58: Ich glaube wir haben heute sehr viele wichtige Dinge gelernt darüber dass Trennung tatsächlich nicht der Weltuntergang sein muss weder fürs Kind nur für die Eltern schon gar nicht fürs Kind.
00:54:08: Wie das alles in der Praxis funktioniert ist natürlich alles höchst individuell und es gibt Familien die kriegen's besser auf die Reihe manche schlechter.
00:54:17: In den Episoden von Papa Solo gibt es einige Papas die darüber erzählen.
00:54:22: Wenn euch das interessiert, hört's mal rein.
00:54:24: Wenn ihr dem Ganzen auf Instagram folgen wollt, es gibt doch einen Account namens papa-solo.at.
00:54:32: Und es gibt auch eine Playlist, eine Papa Solo Playlist auf Spotify.
00:54:37: Da finden sie diverse Songs von anderen Papas die sie nominiert haben Die sie cool finden, die sie mit ihren Kindern hören und so weiter.
00:54:45: Katharina übrigens hast du vielleicht ein Song den du zu dieser Playlist beisteuern möchtest.
00:54:50: Ich würde gerne beisteuern Sunshine von Clio
00:54:53: Sol.
00:54:54: Sie hat diesen Song veröffentlicht auf dem Album Mother.
00:54:59: Dieses Album hat sie produziert mit dem Papa, ihres Kindes anlässlich des gemeinsamen Elternwerdens und Sunshine hat sie im Kind gewidmet.
00:55:09: Das ist natürlich ein schönes Beispiel dafür dass Elternschaft auch nach der Trennung immer noch swingen kann und harmonisch sein kann.
00:55:19: Danke fürs zuhören, alles Gute und jeder so machen was er kann.
00:55:23: Und so gut wie es geht locker bleiben dabei.
00:55:52: Ciao!